Elternabend: Pfiffige Tipps gegen Lernstress

Lernstress ist in der Schule ein Thema und ein wichtiger Grund, warum viele Beteiligte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer, befürworten, wieder zu G9 zurückzukehren. Aber auch in neun Schuljahren bis zum Abitur gilt es, sich Leistungsanforderungen zu stellen, manchmal auch Druck auszuhalten und beispielsweise Misserfolge konstruktiv zu bewältigen.
Wie kann man schädlichen Lernstress verhindern und erfolgreiches Lernen fördern? Dies waren die Fragen, denen unser Kollege Herr Haehnel in einem den Nerv vieler Eltern treffenden Vortrag am 17.10. nachging. Er knüpfte dabei an sein Buch „Viktor im Schattenland“ an, das die Geschichte Viktors erzählt und darin Lerntipps veranschaulicht und zugänglich macht. Eingeladen waren die Eltern der neuen Klassen 5, weil sich durch den Übergang zum Gymnasium sicherlich viele Fragen hinsichtlich der Bewältigung des Lernstoffes und der Leistungsanforderungen neu stellen. Zu Beginn seines Vortrages hat Herr Haehnel aus lernpsychologischer Sicht deutlich gemacht, wie Eltern und Lehrer zu Fehleinschätzungen der Kinder kommen, weil sie zu bestimmten Leistungen (noch) nicht in der Lage sind. Die Folge ist oft, dass die Kinder als faul abgestempelt und abgewertet werden. Passiert dies öfter, entwickeln sich bei den Kindern verschiedene miteinander verbundene Kreisläufe des Scheiterns, die sich gegenseitig verstärken, das Selbstwertgefühl des Kindes immer mehr schädigen und im schlimmsten Fall bei den betroffenen Kindern zu Schulunlust oder Schulverweigerung führen. Nach der Darstellung der aufgezeigten Problematik gab Herr Haehnel den anwesenden Eltern Tipps, wie man die Kinder stärken und unterstützen kann. Viele dieser Lerntipps finden sich auf einem Poster, das in den Räumen der Fünferklassenlehrer aufgehängt wird. Wichtig vor allem sei es, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben, ihm Kind Vertrauen entgegenzubringen, das Selbstvertrauen zu stärken und ihm eine positive Selbstwahrnehmung zu vermitteln. Überzogener Leistungsdruck führe oft nicht zu dem gewünschten Erfolg. Angst vor Versagen lähme die Leistungsfähigkeit der Kinder. „Stopp, ich bin okay!“ steht auf dem Plakat und auch auf einem Lesezeichen, das den Eltern im Rahmen des Vortrages überreicht wurde.
Zudem sei es erforderlich, Zeiten und Räume zu schaffen, die entspanntes Lernen ermöglichen, und dabei unterschiedliche Formen des Lernens auszuprobieren. Wenn Kinder zu viel Zeit am Bildschirm, mit Fernsehen und Computern verbringen, verhindere dies nachhaltiges Lernen. Stattdessen sei es wichtig, für einen guten Ausgleich zu sorgen durch Aktivitäten in den Bereichen Sport, Musik, Theater, Kunst und Literatur. Herr Haehnel empfahl ausdrücklich das Lesen von Büchern, die den Wortschatz und das Wissen von Kindern deutlich erweitern. Vielen Dank an Herrn Haehnel für den anregenden Abend und die wertvollen Tipps, die unseren Schülerinnen und Schülern hoffentlich zugutekommen werden.