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Das RUHR.2010 Projekt des GSG

Das RUHR.2010 Projekt des GSG – eine abschließende Bilanz von Gerd Haehnel

Im Jahre 2008 stellten wir der Schulkonferenz des Geschwister-Scholl-Gymnasiums unsere Teilnahme bei der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 vor. Inzwischen sind die Scheinwerfer erloschen, die Requisiten archiviert, die Fotodokumentationen veröffentlicht: Anlass für Rückschau und Evaluation, die auf den Zahlen und Fakten sowie den zahlreichen schriftlichen und mündlichen Rückmeldungen zum Projekt beruhen: Welche unserer angestrebten Ziele konnten erreicht werden?

I. Organisatorische Aspekte

1. Beteiligung einer breiten Schulöffentlichkeit

Etwa 60 Mitwirkende aus den Jahrgängen 7-13; sechs überwiegend ausverkaufte Vorstellungen; beinahe 900 Zuschauer: Zahlen, über die wir uns freuen!

2. Finanzierung aus eigener Kraft mit Überschüssen für den Ganztag

Wir erhielten keinerlei öffentliche Förderung. Zuschüsse aus dem Schuletat bzw. vom Förderverein waren weder möglich noch gewollt. Unsere finanzielle Stütze basierte vor allem auf der Idee, die exponierte Essener Innenstadtlage für Werbebanner zu nutzen: Diese Gelder flossen also nur, weil es das Projekt gab. Sachzuwendungen, Anzeigen im Programmheft und beachtliche Spenden der begeisterten Zuschauer taten ein Übriges: danke! Nach Prüfung der Bilanz durch die Schulleiterin verbleibt uns trotz der unentbehrlich aufwendigen Bühnentechnik ein Überschuss, den wir zur Ausstattung der Überäume im Musikbereich mit Schränken verwenden konnten: eine echte Bereicherung für die Mittagsmusik im Ganztag, die allen Schüler/innen zugutekommt.

3. Minimierung von Beeinträchtigungen des regulären Unterrichts

Eine Durchsicht der Kursmappen und Terminpläne präzisiert dieses Ziel in wesentlichen Aspekten so: Aufgrund der geschickten Organisation aller Beteiligten blieben die Beeinträchtigungen des regulären Unterrichts in dem Rahmen, wie ihn das Schulprogramm mit drei Wandertagen pro Schuljahr für jede Klasse vorsieht: ein Ergebnis, auf das wir angesichts der Komplexität des Projektes stolz sind.

II. Inhaltliche Aspekte

4. Drei wichtige Bereiche unserer Kultur: Kunst, Religion und Theater so harmonisch verbunden, dass jeder sich wohl und geborgen darin fühlen konnte

Dieses Zitat unserer Schulpflegschaftsvorsitzenden sowie die Namen der (von außerhalb des GSG) am Projekt Beteiligten konkretisieren unser Ziel „Öffnung von Schule“: Stefan Freitag (Bürgermeister und Schirmherr); Irmenfried Mundt (Superintendent in Essen) und Andreas Volke (Evangelisches Kulturbüro Ruhr.2010); Frieder Paasche (Schattenkünstler aus Hannover) und Norbert Then (Bildhauer aus Stadtlohn); Nelly Köster und Katharina Böhrke (Theaterpädagoginnen); Jonas Röser (Folkwang Universität) und Alonso Ortega Wamser (Fotograf; von ihm stammt auch das Bild unter diesem Artikel); Sparda West, Sicherheitsdienste Broel, Buchhandlung Schmitz, RWE (Hauptsponsoren)

5. Ein Projekt, das Ruhr2010 mehr als würdig war:
Solche Bilder vergisst der Zuschauer lange nicht!

Die Messlatte lag hoch, waren wir doch das einzige Projekt, das die Stadt Velbert bei der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 vertreten durfte. Auf dieser europäischen Bühne war also eine Qualität gefordert, die deutlich übersteigt, was man von Schüleraufführungen normalerweise erwarten kann. Inwieweit dies gelungen ist, haben unsere Zuschauer entschieden, einer von ihnen Gereon Buchholz von den „Werdener Nachrichten“ (12.11.2010):

Diese Schatten waren ein Genuss für die Augen – und auch für die Seele! Solche Bilder vergisst der Zuschauer lange nicht. In der Tat mochte das Erlebte an diesem Abend wohl keiner mit dem besten 3-D-Film tauschen; dazu hatte das Kunstwerk zu viele Dimensionen. Mit „Im Schatten ist Licht” schufen die Jugendlichen mit ihren Helfern … ein Projekt, das Ruhr2010 mehr als würdig war.

… die jugendlichen Mitwirkenden ließen den Abend schnell abheben und gaben ihm damit das Wunderbare, das doch eigentlich das Licht besitzt. Sie spielten, tanzten und musizierten vor und hinter den Schattenwänden mit spürbarer Freude und nötiger Ernsthaftigkeit. …

Die blaue Glaswand der Marktkirche öffnete sich den starken Scheinwerfern und ließ das Licht von außen auf eine sperrige Weise durch, die übliche weiße Schattenspielwände im wahren Sinne erblassen ließ. Dass da etwas Großes geschah, verstand jeder im Raum. Die Jugendlichen ließen eine Vielfalt von Effekten erscheinen, die sprachlos machte. So bunt kann also Schattentheater sein. Dazu kamen die starken Tanzszenen vor den Schattenwänden. Zusammen ergab das eine visuelle Vielschichtigkeit, die es fast zwingt, sich das mehrmals anzuschauen.

6. Kreatives Denken und Arbeiten, Teamgefühl, Selbstständigkeit

Die positiven Rückmeldungen so vieler Kolleginnen, Eltern und Schüler/innen (Danke!) zeigen, wie sehr das Projekt unser Schulleben bereichert hat. Hier die mitwirkenden Schülerinnen Rebecca Benner und Miriam Rhazi aus der 9c:

Was das Schatten-Theater uns alles gebracht hat … Es hat uns nicht nur dazu gebracht, uns mit Themen zu beschäftigen, mit denen wir sonst nichts zu tun haben, sondern auch zum kreativen Denken und Arbeiten. Und da war noch viel mehr: Es hat uns nämlich als Team arbeiten lassen. In der Theater AG haben wir so viele neue Freunde gefunden, und wir haben so schöne Erinnerungen an die Zeit mit diesen ganzen Leuten. Es gab bei diesem Projekt keine Außenseiter, weil wir jeden einzelnen gebraucht haben und jeder einzelne wichtig für das Stück war. Dieses Teamgefühl, was wir bei diesem Stück hatten, war etwas ganz Besonderes. Durch das Theaterprojekt sind wir außerdem viel selbstständiger geworden. Wir konnten alle auf das Stück zurückblicken und uns selber sagen, dass wir das geschaffen haben. Wir haben daran gearbeitet, und uns wurde die Verantwortung für dieses Stück gegeben. So was macht einen selbstständiger.

7. Als Mensch wachsen, die Seele formen!

Unsere Schulpflegschaftsvorsitzende, Frau Hegemann, bedankt sich im Namen der Eltern des GSG:

Ganz unterschwellig wurde der Zuschauer genau an diese Schwelle geführt, an der sich die Jugendlichen gerade befinden. Rückblickend auf das Vertraute und die Geborgenheit in dem Bekannten, hinübergehend in die Welt der Erwachsenen, die Zukunft, das Ungewisse. Die beteiligten Schüler und Schülerinnen sind in dieser Zeit nicht nur als Mensch gewachsen, sie haben den Lebenswert gespürt und ihre Seele geformt.

8. Öffentlichkeitsarbeit: u.a. fünf großformatige Titelseiten der WAZ Velbert

Wunderbare Artikel und Fotos in der Schulgemeinde (danke!); zahlreiche Presseveröffentlichungen im näheren Umkreis; davon allein fünf großformatige Artikel der WAZ Velbert, meist auf der Titelseite der auflagenstarken Samstagsausgabe; die Einbindung der Schulhomepage in die offiziellen Webseiten der Ruhr.2010 mit bundesweiter Wahrnehmung: Nur das Fernsehen wollte leider nicht kommen. Trotzdem sind wir mehr als zufrieden und hoffen, dass wir die Öffentlichkeitsarbeit am GSG in diesem so baustellenbelasteten Schuljahr bereichern konnten.

9. Nachhaltigkeit: Das muss ja Mut für die Zukunft machen!

Dieses letzte Ziel ist allen Projekten der Ruhr.2010 von offizieller Seite mit auf den Weg gegeben. Dazu noch einmal Rebecca Benner und Miriam Rhazi (9c):

Erfahrungen wie diese sind Gründe dafür, dass wir uns wünschen, dass noch mehr Leute dieses Gefühl erleben können und wir es auch noch einmal haben dürfen. Wir finden es wichtig, dass wir etwas haben, an dem wir mit Spaß, aber auch mit Mühe arbeiten können. Denn die Theater AG war in den letzten anderthalb Jahren ein Teil unseres Alltags und wir haben gemerkt, dass wir sie wirklich brauchen.

Und abschließend Gereon Buchholz:

Es blieb für alle das tiefe Gefühl, dass nicht nur Licht im Schatten ist, sondern das Licht auch immer stärker als der Schatten ist, erst recht wenn das Licht von Menschen kommt. Wenn das auch die eigene Aussage der Jugendlichen ist, dann muss das ja Mut für die Zukunft machen.

Das Ruhr.2010 Schattenspiel in der Presse:

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