Bilingualer Unterricht
1. Was bedeutet „bilingual“?
In den bilingualen Klassen sprechen die Schüler Englisch nicht nur im Englischunterricht. Ab Klasse 7 beginnt der englischsprachige Sachfachunterricht. Englisch wird dann nicht mehr nur als Fremdsprache gelernt, sondern auch schon früh in der Rolle als praktisches Verständigungsmittel erlebt.

Diese Methode ist ausgesprochen erfolgreich, da die Schüler auf diese Weise die Fremdsprache sehr viel intensiver lernen, als dies im reinen Fremdsprachenunterricht möglich ist. Und nebenbei bereitet sie Spaß und Freude, da die Fremdsprache ganz selbstverständlich verwendet wird, um Fachinhalte zu verstehen und darüber zu kommunizieren.
2. Welche Fächer werden bilingual unterrichtet?
In den Klassen 5 und 6 erhalten alle Schülerinnen und Schüler des GSG zusätzliche Wochenstunden Englischunterricht, in denen die Grammatik vertieft, aber vor allem der Wortschatz erweitert wird. Zum Ende der Klasse 6 werden die Klassen in eine bilinguale und zwei nicht-bilinguale Klassen aufgeteilt. Dies geschieht in Absprache zwischen den Englisch- und Klassenlehrern sowie den Eltern und Schülern.
Am Geschwister-Scholl-Gymnasium werden die Gesellschaftswissenschaften Erdkunde, Geschichte und Politik sukzessive ab Klasse 7 auf Englisch unterrichtet. Für die zeitliche Abfolge des Sprach- und Sachunterrichts im bilingualen Zweig ergibt sich folgende Übersicht:
Die Stundentafel gibt die Wochenstunden im 67,5 Minuten-Takt an, d.h. 1 Wochenstunde = 67,5 min.
Unter- und Mittelstufe

Oberstufe

(EF = Einführungsphase; Q1 = Qualifikationsphase 1; Q2 = Qualifikationsphase 2)
3. Das bilinguale Abitur
Schüler, die die Abiturprüfung in den oben genannten bilingualen Fächern ablegen, erhalten neben dem deutschen Abiturzeugnis ein zweisprachiges Abschlusszertifikat, auf dem die gesamte bilinguale Schullaufbahn aufgeführt ist, so dass der Umfang der Ausbildung deutlich wird.
Hieraus ergeben sich klare Vorteile für das spätere Berufsleben, angefangen bei Einstellungsgesprächen sowie für englischsprachige Studiengänge in Deutschland oder ein Studium im Ausland. Einzelne bilinguale Module werden auch an anderen Schulen angeboten. Allerdings sind sie weniger umfassend und werden nicht zertifiziert.
Für bilinguale Schüler ist, unter bestimmten Voraussetzungen, auch zusätzlich der Erwerb des CertiLingua-Exellenzlabels möglich (Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage unter dem Link Fachschaft Englisch / CertiLingua.).
4. Wie sieht der bilinguale Sachfachunterricht aus?
Inhalte
Im bilingualen Unterricht werden die gleichen Inhalte unterrichtet wie im Regelzweig. Für die Sachfächer Erdkunde und Geschichte gibt es in den Klassen 7 und 8 Zusatzstunden, um den Einstieg für die Schüler zu erleichtern. Es wird darauf geachtet, dass auch die deutschen Fachbegriffe vermittelt werden.
Bücher
Als Grundlage werden v.a. Lehrbücher eingesetzt, die von deutschen Schulbuchverlagen speziell für den bilingualen Sachfachunterricht konzipiert wurden. Aber auch Lehrwerke von englischen und amerikanischen Schulbuchverlagen werden verwendet.
Lehrer
Alle im bilingualen Zweig eingesetzten Lehrer haben sowohl Englisch als auch das entsprechende Sachfach studiert und sich zudem im bilingualen Bereich fortgebildet.
Bewertung
Die Schüler werden in den bilingualen Sachfächern in erster Linie nach ihren fachlichen Leistungen beurteilt. Die Fremdsprache dient nur als Kommunikationsmittel. Dadurch entsteht ein ungezwungener und selbstverständlicher Umgang mit der Fremdsprache.
Ergänzende Maßnahmen
In der Einführungsphase (EF) findet für die Schüler des bilingualen Zweiges im Rahmen der Fahrtenwoche ein Educational Stay in England statt. In der Oberstufe ist eine Studienfahrt des Leistungskurses Englisch nach Großbritannien die Regel.
Zudem wird für alle Schüler in der Jahrgangsstufe 9 oder der Einführungsphase die Möglichkeit eines Schüleraustauschs mit Neuseeland angeboten.
5. Was spricht für „bilingual“?
Im Hinblick auf eine immer enger zusammenwachsende Welt kommt der Fähigkeit Fremdsprachen sicher zu beherrschen eine stetig steigende Bedeutung zu.
Umfassende Englischkenntnisse über den normalen Fremdsprachenunterricht hinaus bringen in vielen Berufsbereichen erhebliche Vorteile. Auch in den Natur- und Betriebswissenschaften werden im Berufsleben wie auch an Hochschulen gute Englischkenntnisse verlangt. Vor allem der Wortschatz in den Bereichen der Gesellschaftswissenschaften ist bei Schülern im bilingualen Zweig viel größer.
6. Was ist bei der Entscheidung für „bilingual“ zu bedenken?
Prinzipiell kann jeder Schüler, der für das Gymnasium geeignet ist, diesen Ausbildungsgang wählen; wir beraten Sie gerne.
Vor allem Kinder, die viel Spaß an Sprachen haben, d.h. die z.B. gerne lesen und Aufsätze schreiben, bringen gute Voraussetzungen mit. Die Fortschritte Ihres Kindes im Englischunterricht der Grundschule geben sicher erste Hinweise. Auch gute Leistungen im Bereich Deutsch haben sich als günstige Voraussetzungen für den bilingualen Zweig erwiesen.
7. Erfahrungen mit dem bilingualen Unterricht
Als einziges Gymnasium im Kreis Mettmann bietet das Geschwister-Scholl-Gymnasium seit 2000 den bilingualen Zweig an. Von den Anfängen in Klasse 5 bis zum bilingualen Abitur haben unsere Schüler und wir Lehrer gute Erfahrungen mit dem bilingualen Unterricht gemacht. Der Unterricht in den Sachfächern bringt den Schülern zusätzlichen Spaß an der Fremdsprache.
Sollte sich in Einzelfällen zeigen, dass ein Schüler aufgrund großer Schwächen in der Fremdsprache zu scheitern droht, ist ein Übergang in unseren Regelzweig möglich.
Es ist auch für Schüler des bilingualen Zweiges möglich naturwissenschaftliche Schwerpunkte zu setzen, z.B. durch die Differenzierungskurse in Klasse 8 und 9 sowie die Kurswahlen in der Oberstufe. Die Verteilung der naturwissenschaftlichen Fächer erfolgt wie im Regelzweig.
8. Schülererfahrungen mit dem bilingualen Unterricht
Schülerinnen und Schüler aus dem bilingualen Zweig des Geschwister-Scholl Gymnasiums berichten über ihren Erfahrungen mit dem bilingualen Unterricht:
Am Ende des sechsten Schuljahres hatten wir die Wahl zwischen dem bilingualen und nicht-bilingualen Zweig. Wir haben uns schließlich für den bilingualen Zweig entschieden, weil uns unter anderem auch Freunde und Bekannte dazu geraten haben. Schüler aus dem bilingualen Zweig sagten uns, es sei eine gute Chance mehr und öfter Englisch zu sprechen. Zwar ist am Anfang alles neu und man muss sich daran gewöhnen, dass ab der 7. Klasse Erdkunde auf Englisch unterrichtet wird und später auch Politik und Geschichte, aber es lohnt sich. Themenbereiche aus dem Fach Erdkunde sowie Geschichte und Politik sind erstens fast genau so leicht auf Englisch wie auf Deutsch zu verstehen und zweitens lernt man viel mehr Wörter auf Englisch, die man im normalen Englischunterricht nicht lernen würde, die aber auf Reisen, im Gespräch mit Menschen aus anderen Ländern und in anderen Situationen sehr hilfreich sein können.
Viele Kinder, unter anderem auch wir, machen sich zunächst Sorgen wegen der neuen Vokabeln, die man lernen muss, aber man kommt damit klar, wenn mal sie regelmäßig lernt, Einige Schwierigkeiten gibt es jedoch auch: Man hat ein bisschen mehr Unterricht und man muss mehr Vokabeln lernen, allerdings wiederholen sich die Vokabeln auch in den verschiedenen Fächern, so dass man im Laufe der Zeit immer weniger lernen muss. Aber wenn man gute Lehrer hat, die darauf achten, dass man im Unterricht die Sachverhalte auch wirklich auf Englisch versteht, ist es nicht schwierig. Wir würden uns immer wieder für den bilingualen Zweig entscheiden und es jedem empfehlen, der sich für Sprachen interessiert.Vivian Rapp und Anna Schardt
Der Sachfachunterricht (Erdkunde, Politik, Geschichte) wird durch die englische Sprache teilweise spannender, aber teilweise auch schwieriger. Man muss viele Vokabeln lernen, damit man sich besser ausdrücken kann. Aber wenn man sie regelmäßig lernt, hat man keine Probleme. Ansonsten ist der bilinguale Unterricht eigentlich ganz cool.
Lene Pulci
Durch die vielen neuen Vokabeln am Anfang des bilingualen Unterrichts erweitert sich der Wortschatz so schnell, dass schon im zweiten Jahr kaum Probleme bei Beschreibungen von Sachverhalten und Diskussionen auf Englisch auftreten. Viele Vokabeln wiederholen sich in den bilingualen Sachfächern und durch den bilingualen Unterricht fällt das freie Sprechen auf Englisch auch im Englischunterricht sehr leicht.
Lara Kayser
Ganz am Anfang war es etwas ungewöhnlich, dass der Unterricht komplett auf Englisch stattfand, aber nach ein paar Stunden habe ich mich daran gewöhnt und jetzt fällt es mir leicht, dem Unterricht zu folgen. Die zusätzlichen Vokabeln sind eigentlich kein Problem und ich merke, dass mir der umfangreichere Wortschatz in manchen Situationen, z.B. in meinen Ferien in Amerika, geholfen hat.
Miriam Heiderhoff
Am Anfang dachte ich: So viele neue Vokabeln, wie soll ich das jemals schaffen? Aber schon nach den ersten paar Wochen wurde mir klar, dass das nur eine Frage der richtigen Einstellung ist. Es hilft einem unheimlich weiter, weil man schneller und besser Englisch lernt, als wenn man nur 2x pro Woche Englisch spricht. Es ist überhaupt kein Problem mehr Englisch zu sprechen, weil man sich richtig schnell daran gewöhnt.
Luca Cipriani
Man kann den bilingualen Unterricht genauso gut verstehen wie den Unterricht auf Deutsch. Die Vokabeln der Fächer Erdkunde, Politik und Geschichte ähneln sich und die meisten weiß man schon nach einiger Zeit, auch ohne sie zu lernen, da sie im Unterricht viel häufiger vorkommen. Bei einigen Wörtern, Fachbegriffen oder Themen ist es dann allerdings manchmal ungewohnt und schwieriger sich dazu auf Deutsch zu äußern.
Johanna Garthe
Ich habe mich in der 6. Klasse für den bilingualen Zweig entschieden, da man sich heutzutage überall auf mit Englisch verständigen kann und ausgeprägte Englischkenntnisse sehr geschätzt werden. Da in einer bilingualen Klasse verschiedene Fächer, wie z.B. Politik, Erdkunde und Geschichte, auf Englisch unterrichtet werden, lernt man die Sprache somit umfassender und schneller. Da ich bereits 3 Jahre an dem bilingualen Unterricht teilnehme, kann ich sagen, dass man nicht nur eine Menge lernt, sondern auch viel Spaß an den zusätzlichen “Englischstunden“ hat. In meinem Auslandsschuljahr wird es sicherlich leichter für mich, mich zu verständigen.
Florian Haas
Ich habe mich für den bilingualen Unterricht entschieden, weil ich Sprachen einfach mag. Und es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, da man auf jeden Fall mehr Englisch lernt. Erst Erdkunde, dann auch Politik und Geschichte auf Englisch. Das heißt zwar, dass man am Anfang mehr Stunden hat, aber nachdem am Anfang leichte Startschwierigkeiten überwunden waren, fiel es mir nicht wirklich schwer.
Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, da Englisch immer wichtiger wird, egal was man mal machen will.Florian Lutonin
Bilinguale Projekte
Gute Platzierungen unter den Top Ten der Schülergruppen der beiden bilingualen Grundkurse Erdkunde der Einführungsphase beim Wettbewerb “Your Voice on Film“
Die bilingualen Grundkurse Erdkunde der Einführungsphase haben mit Erfolg an einem vom Ernst Klett Verlag und dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen ausgeschriebenen multimedialen Wettbewerb teilgenommen.

Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, selbst an der Erstellung von englischem Unterrichtsmaterial mitzuwirken. Der BBC-Film zum Thema „Deforestation and Global Warming“ enthielt noch keinen Sprecherkommentar und Aufgabe der Schülerinnen und Schüler war es einen englischen Sprecherkommentar zum Wettbewerbsfilm zu schreiben und diesen dann aufzunehmen. Wortwahl und Tempo des Sprecherkommentars mussten so auf den Film abgestimmt sein, dass die Kommentare inhaltlich zu den jeweiligen Filmsequenzen und der Gesamtlänge des Films passten.
Das Erstellen der Texte bereitete den Schülerinnen und Schülern kaum Probleme, da die Themen Deforestation (Abholzung der tropischen Regenwälder) und Global Warming (Globale Klimaerwärmung) schon im bilingualen Erdkundeunterricht behandelt wurden. Viel Spaß brachten die Aufnahmen der Texte über Headsets – das fehlerfreie Sprechen und das passende Tempo mussten erst einmal geübt werden.

An diesem Wettbewerb haben über 50 Schulen teilgenommen. Umso mehr freut es uns, dass von unseren sechs Schülergruppen vier einen Platz unter den Top Ten erreicht haben. Die beste Gruppe bildeten dabei Lea Altenfeld, Jenny Keller, Tatjana Pinejder und Miriam Reiboldt. Die Schüler erhielten Sachpreise des Klettverlags, u.a. den englischsprachigen Film Planet Earth. Herzlichen Glückwunsch!