Am Mittwoch, dem 28. September findet um 18.30 Uhr die Aufführung der Kinderoper Brundibár durch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer des Städtischen Gymnasiums Wülfrath in der Aula unserer Schule statt, zu der alle Gäste – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – ganz herzlich eingeladen sind. Die Dauer der Aufführung beträgt ungefähr eine Dreiviertelstunde.
Die Idee zu dieser Veranstaltung stammt von dem pensionierten Wülfrather Pfarrer Klaus-Peter Rex, der seit Jahrzenten im Bereich der Aufarbeitung und Vergegenwärtigung der nationalsozialistischen Verbrechen tätig ist und dabei unter anderem regelmäßig Zeitzeugengespräche an verschiedenen Schulen organisiert hat, die stets mit großem Interesse aufgenommen wurden.
Auch die Oper Brundibár ist in diesem Zusammenhang zu sehen, denn sie wurde im Ghetto Theresienstadt nahe Prag durch von den Nazis verschleppte Kinder in den Jahren 1943/44 insgesamt 55-mal aufgeführt. Komponiert wurde die Oper bereits 1938 vom Komponisten Hans Krása. Sie sollte ursprünglich von jüdischen Waisenkindern eines Prager Kinderheims aufgeführt werden, doch durch die Deportation Krásas und aller Waisenkinder ins Ghetto war es dazu nicht mehr gekommen. In Theresienstadt wurde Brundibár mit Genehmigung der nationalsozialistischen Besatzer erneut geprobt und im September 1943 erstmals öffentlich im Ghetto aufgeführt. Die Oper war ein Täuschungsmanöver für die Öffentlichkeit, das den furchtbaren Lebensbedingungen im Ghetto den Anschein einer heilen Welt geben sollte. So ließ man den Schlusschor aus Brundibár einer internationalen Delegation des Roten Kreuzes vorsingen, die nach Theresienstadt gekommen war, um die dortigen Bedingungen zu begutachten. Diese Szene wurde im NS-Propagandafilm „Theresienstadt“ verwendet, der vortäuschen sollte, dass die im Ghetto lebenden Menschen dort glücklich seien. Hans Krása und fast alle Kinder, die an den Aufführungen mitwirkten, wurden kurze Zeit später im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem inzwischen 92-jährigen Zvi Cohen einen Mitwirkenden an den Aufführungen der Kinderoper in Theresienstadt als Zeitzeugen gewinnen konnten, der damals als Mundharmonikaspieler dabei war und uns an diesem Abend live aus Israel zugeschaltet ist und vor Beginn der Aufführung, also ab 18.00 Uhr, etwas zu Brundibár und zum Leben im Ghetto berichten und auf seiner Mundharmonika spielen wird, bevor dann die eigentliche Aufführung beginnt.
Obwohl es sich bei Brundibár einerseits um von Massenmördern missbrauchte Musik handelt, verdeutlicht ihr Überdauern bis in unsere Zeit andererseits den Sieg der Menschlichkeit über die Unmenschlichkeiten der Nazis. Die Oper, in der die Geschichte zweier armer Geschwister erzählt wird, die Geld für die Heilung ihrer kranken Mutter auftreiben wollen, hat nämlich genau diese Botschaft: dass gegen die Macht böser Menschen das bedingungslose Zusammenhalten von Freunden helfe. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium freut sich, diese Botschaft in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Gymnasium Wülfrath an diesem Abend weitertragen zu können.
Einlass ist ab 17.30 Uhr. Die Eintrittskarten kosten 5€ für Erwachsene und 2€ für Schülerinnen und Schüler. Der Kartenverkauf findet an der Abendkasse statt.

https://gymnasium-wuelfrath.de/grosse-oper-am-09-juni-im-paul-ludowigs-haus-das-sgw-laedt-ein/

https://www.jmberlin.de/zeitzeugengespraech-zvi-cohen