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GSG-Thementag 2026: Lernen fürs Leben

Am Montag, 09.02.2026, fand am GSG der jährliche Thementag statt. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge arbeiteten an diesem besonderen Schultag in vielfältigen Workshops und Projekten zu zentralen Zukunftsthemen wie dem Umgang mit sozialen Medien, der Stärkung sozialer Kompetenzen, Gesundheitsprävention, Berufsorientierung und Demokratiebildung. Ziel war es, Lernen ganzheitlich zu gestalten und Räume für persönliche Entwicklung, Reflexion und Austausch zu eröffnen.
Einen besonderen Akzent setzte der 9. Jahrgang mit der Lesung des Autors und Dokumentarfilmers Amon Barth. In Auszügen aus seinem Buch „Breit – Mein Leben als Kiffer“ schilderte er eindringlich seine Jahre der Cannabissucht, den Wunsch nach Rausch, die Flucht aus der Gegenwart und schließlich den Weg aus der Abhängigkeit.
Teilweise trug er Passagen frei aus dem Gedächtnis vor, was die Inhalte besonders authentisch und nahbar machte. Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu und nutzten die anschließende Gesprächsrunde intensiv. Auch sehr persönliche Fragen – etwa zu Psychosen oder zur inneren Stabilität in schwierigen Phasen – wurden offen gestellt. Amon Barth antwortete ehrlich und reflektiert. Seine Botschaft war klar: Einsicht, Unterstützung und Geduld sind entscheidende Schritte auf dem Weg aus der Sucht.
Im direkten Anschluss rückte mit dem Projekt „Demokratie Fitness“ ein weiteres zentrales Zukunftsthema in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Jens Feddersen und Martina Nies wurde Demokratie nicht als abstraktes politisches Konzept, sondern als gelebte Haltung erfahrbar. In praktischen Übungen formulierten Schülerinnen und Schüler bewusst gegensätzliche Positionen und lernten, Dissens auszuhalten. Trainiert wurden sogenannte „Demokratie-Muskeln“ wie Empathie, aktives Zuhören, Mut, Neugier und Kompromissfähigkeit. Die in Dänemark entwickelten Einheiten machten deutlich, dass demokratisches Handeln im täglichen Miteinander beginnt.

Auch die jüngeren Jahrgänge setzten sich mit aktuellen Herausforderungen auseinander. Im 5. Jahrgang standen Cybermobbing, Datenschutz und Künstliche Intelligenz im Fokus.
Die Medienscouts Pia und Clara erklärten anschaulich, wie KI beim Lernen unterstützen kann und worauf dabei zu achten ist. Dabei wurde betont, dass digitale Werkzeuge verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. Der Austausch auf Augenhöhe förderte zahlreiche Nachfragen und zeigte das große Interesse der Schülerinnen und Schüler an digitalen Zukunftsthemen.
Währenddessen beschäftigten sich die 6. Klassen mit Gewaltprävention im Rahmen eines theaterpädagogischen Projekts. Ein eindrucksvolles Theaterstück in der Turnhalle machte Ursachen und Auswirkungen von Gewalt sichtbar und regte zum Nachdenken an.
Im anschließenden Workshop wurden konkrete Strategien erarbeitet, um Beleidigungen und Provokationen selbstbewusst und ohne Gewalt zu begegnen. In einer Übung provozierte Trainer Berkin Cetin bewusst mit den Worten: „Komm mal her, du Gartenzwerg.“ Die ruhige und selbstsichere Reaktion einer Schülerin zeigte eindrucksvoll, wie Beleidigungen ihre Wirkung verlieren können.
Durch gezielte Arbeit an Körpersprache, Mimik, Gestik und Stimme lernten die Schülerinnen und Schüler, innere Stärke zu entwickeln und Konfliktsituationen frühzeitig zu erkennen.
Im 7. Jahrgang stand die Gesundheitsprävention im Mittelpunkt. Unter Anleitung der Intensivmedizinerin Juliane Raack wurde praxisnah vermittelt, wie starke Blutungen fachgerecht versorgt werden. Unterstützt von Mitgliedern des Schulsanitätsdienstes konnten die Schülerinnen und Schüler Verbände anlegen und Sicherheit im Umgang mit Notfallsituationen gewinnen.
Parallel dazu befassten sich weitere Gruppen mit gesunder Ernährung. Anhand der Ernährungspyramide sowie des überarbeiteten Nutri-Scores wurden Grundlagen einer bewussten Lebensweise vermittelt. Gesundheit wurde so als zentraler Bestandteil des Alltags erfahrbar.
Im 10. Jahrgang verband sich Berufsorientierung mit technischer Neugier. Ein besonderer Blickfang war der humanoide Roboter Pepper, der mit den Schülerinnen und Schülern interagierte, sang, tanzte und auf spielerische Weise digitale Themen zugänglich machte.
Eingebettet war diese Begegnung in einen Workshop der Wirtschaftsjunioren, in dem Elemente einer erfolgreichen Bewerbung erarbeitet wurden. Ergänzend informierte die IHK über Möglichkeiten eines dualen Studiums. So erhielten die Jugendlichen konkrete Impulse für ihre berufliche Zukunft.
Für die Oberstufe stand das Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ im Zentrum des Thementags. In praxisnahen Workshops setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit ihren schulischen Abschlüssen, möglichen Bildungswegen und beruflichen Perspektiven auseinander.
Die Einheiten boten Raum für individuelle Fragen und halfen dabei, realistische und passende nächste Schritte nach der Schulzeit zu entwickeln.
Der GSG-Thementag 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie Lernen über den Fachunterricht hinaus gelingen kann. Durch die engagierte Zusammenarbeit von Schule, externen Fachkräften sowie Schülerinnen und Schülern entstand ein vielfältiger und inspirierender Tag.
Er vermittelte Orientierung, stärkte persönliche Kompetenzen und förderte den respektvollen Austausch innerhalb der Schulgemeinschaft. Damit leistet der Thementag einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung.