Mehr als 150 Schüler*innen der 6. und 9. Klassen unserer Schule haben bei dem Wettbewerb „Briefe zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl“ mitgemacht! Jede und jeder von ihnen hat einen handschriftlichen Brief an oder aus der Sicht von Sophie Scholl geschrieben – mehr als 150 eindrucksvolle Briefe sind so entstanden. In den Briefen würdigen die Schüler*innen Sophie Scholls mutiges und entschlossenes Denken und Handeln damals und fragen nach ihrer Bedeutung für unsere Zeit heute. Fast immer ging es dabei um das Vorbild Sophie Scholls für die Zivilcourage, die Menschen auch heute dazu bringt, sich aktiv gegen verschiedenste Formen von Rassismus, Gewalt und Menschenverachtung einzusetzen. In der Auseinandersetzung mit Sophie Scholl sind sehr persönliche Briefe entstanden. Dies sind einige Passagen aus den Briefen der Schüler*innen, die den Wettbewerb gewonnen haben:

„Meine Schule trägt deinen Namen, weil wir Wert darauf legen, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Menschen sollten andere Menschen respektieren und sie behutsam behandeln (…). Ich wünsche mir, dass alle Menschen gleichgestellt sind. Du bist eine Inspiration für viele Menschen, auch für mich. Deine Gedanken leben, auch wenn du nicht mehr da bist.“ (Arda)

„Meiner Schwester und mir geht es gut. Wir haben einen Garten, in dem wir schön spielen können. Mit meiner Freundin kann ich alles besprechen. Du liebe Sophie, Du hast nicht so glücklich leben dürfen. (…) Du hast den Menschen helfen wollen und Dein Leben dafür riskiert und geopfert. Mir zeigt Dein Mut, dass jeder versuchen sollte sich einzubringen, wenn er etwas verändern möchte.“ (Sofia)

„Dann muss ich noch loswerden, dass ich Ihren Lebenslauf mutig, aber auch schlimm und tragisch finde, aber auch sehr vorbildlich. Am mutigsten und vorbildlichsten finde ich Ihre Aktion, als Sie alles zugaben und sagten, Sie würden alles genau so nochmal machen. Zu dieser Sache wollte ich Sie noch fragen, warum Sie sich nicht herausgeredet haben, sondern so mutig waren und die Wahrheit sagten.“ (Moritz)

„Ich, die ich weiß, wie es heute bei uns ist, kann dir nur sagen, wie dankbar ich dir bin und dass all das, was du getan hast, und all das, wofür du gekämpft hast, sich gelohnt hat. Du, Sophie Scholl, hast für Freiheit, freie Selbstbestimmung und Ehre gekämpft. Wir alle sind stolz auf dich und deinen Bruder Hans. Hättet ihr nicht für all das gekämpft, sähe es bei uns heute vielleicht anders aus.“ (Aleyna)

„Jetzt möchte ich dir noch etwas über #BLM, also #Black Lives Matter erzählen. Er wurde eingeführt, um sich gegen die Polizeigewalt gegenüber dunkelhäutigen Menschen zu wehren. Es wurden Unschuldige getötet aufgrund ihrer Hautfarbe und die Polizisten haben keine gerechte Strafe bekommen. Doch weißt du, was das Schöne ist? Wir lassen uns das nicht gefallen. Millionen sind auf die Straße gegangen, um zu protestieren und das wochen- und monatelang. Ich bin sehr stolz darauf und ich denke, du wärst es auch, wenn du das hier sehen könntest.“ (Melisa)

„Ich, mein Bruder und alle anderen aus der Weißen Rose haben uns widersetzt, obwohl uns klar war, dass wir vielleicht nicht mit dem Leben davon kommen werden. Warum? Weil es richtig war. (…) Ich weiß nicht, wie die Situation bei dir aussieht. Aber wenn du eine Sache hast, die dir wichtig ist und von der du überzeugt bist, dass es richtig ist, dafür zu kämpfen, dann tu es!“ (Lia aus der Sicht von Sophie Scholl)

Die Schüler*innen wurden im Rahmen einer Siegerehrung, an der coronabedingt leider nur wenige Besucher*innen teilnehmen konnten, von Frau Balleer als Vertreterin der Deutschen Post, die diesen Wettbewerb initiiert hatte, und Frau Commandeur seitens der Schulleitung ausgezeichnet und geehrt. Die Sieger*innen lasen zum Abschluss Ausschnitte aus ihren Briefen vor, die die Zuhörer*innen sichtlich bewegten.
Das GSG gratuliert Arda Büyüktosun, Moritz Adler, Sofia Lederer, Aleyna Cakir, Melisa Siran und Lia Berenwinkel sehr herzlich und bedankt sich bei Frau Balleer sowie allen Lehrer*innen, die das Projekt zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl unterstützt haben.

Die Sonderbriefmarke, die die Deutsche Post zum Geburtstag von Sophie Scholl herausgegeben hat, zeigt einige der letzten Worte, die Sophie kurz vor ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1943 gesprochen hat. Im Februar des nächsten Jahres wird es hoffentlich wieder unseren traditionellen Geschwister-Scholl-Tag am GSG geben können.

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